Schalke 04 - Gelsenkirchen

1. Warum Peter Løvenkrands?
2. Erlebnisse "mit" Peter
3. Daten und Fakten
4. Peter bei den Rangers
5. Peter in der Nationalmannschaft
6. Interviews
7. Videos


1. Warum Peter Løvenkrands?

Ja, der Peter.
Was soll man dazu bloß sagen?
(Im voraus: Ich schäme mich sehr dafür aber muss gleich einmal loswerden, dass ich Peter nicht kannte bevor er zu uns gewechselt ist.)
Er ist ein super Fußballer, davon habe ich mich schon durch Rangers Videos (Siehe unten: Die besten Tore) und Berichte überzeugt. Bei den Rangers war er wohl der absolute Top-Stürmer und Publilkums Symphatisant, was man total verstehen kann, wenn man ihn schonmal am Training erlebt hat. Er albert mit den Mannschaftskollegen rum, konzentriert sich aber immer voll auf die Anweisungen der Trainer und die Umgebung.
Wenn er vom Trainingsplatz kommt ist er nie schlecht gelaunt, ich denke ich kann dies nach 6 mal Training wo er dabei war, beurteilen. Er ist immer nett und freundlich zu den Fans, wahrscheinlich ist er das aus Schottland auch nicht anders gewohnt. Er erfüllt jeden Wunsch, egal ob Autogramm oder Foto. Ich kam mir ehrlich gesagt etwas blöd vor, als ich jeden tag ein Foto mit ihm gemacht habe, aber da wir ja von so weit weg kommen dachte ich mir, wenn wir schonmal so oft am Training sind schlage ich doch gleich richtig zu.
Also falls ihm das aufgefallen ist und er sich seine Sache dazu gedacht hat, hat er es sicht trotzdem nicht anmerken lassen und mir jedes Training meine Autogramme gegeben und ein Foto mit mir gemacht.
Ich hoffe, dass er in der Form bleibt, in der er bei den Rangers war, dann hat er gute Chancen um die 15 Tore in dieser Saison zu schießen, was ich ihm und natürlich auch Schalker sehr gönnen würde.

Peter, bleib wie du bist und schlag diese Saison richtig zu!


2. Erlebnisse "mit" Peter

Training am 24.02.2007

Peter ist ja leider verletzt gewesen und immer noch verletzt. Aber am 24.02. habe ich dann erfahren, dass er einen Tag vorher als wir nach 5 Stunden auf die Spieler warten gegangen sind nach 10 Minuten kam. Also habe ich mir geschworen, ich bleibe bis Peter rauskommt. Und nach einiger Zeit, ich glaube es war 14 Uhr kam er dann. Leider sah er gar nicht fit und vor allem gar nicht glücklich aus. Ich hatte mein Schild zum Foto machen zwar in der Hand, habe es aber nicht aufgeklappt und ein normales Foto mit ihm gemacht. Dann sind wir ihm und Teresa auch noch hinterher gefahren, weil wir in die gleiche Richtung mussten und Peter hat voll erschrocken bei uns ins Auto geguckt.
GUTE BESSERUNG Peter, wir brauchen dich unbedingt, werd bitte schnell wieer fit!


Frankfurt - Schalke am 27.01.2007

Der hammer! 3:1 Sieg, die Spieler laufen auf den Stahplatzblock zu um mit den Fans zu feiern. Ich halte natürlich mein Løve Schild hochgehalten. Aber ihr glaubt nicht dass Peter das gecheckt hat, oder? Nein! Aber zum Glück stand Rafinha neben ihm und hat es ihm gezeigt! Es hat immer noch ein paar Sekunden gedauert, bis Peter dann gewunken hat und Daumen hochgemacht hat! Hat mich aber natürlich wie immer gefreut.
Peter Løvenkrands shalalalalaaaaaaaaaa!


Schalke - Mainz am 11.11.2006

Was für ein Spiel! 4:0 gewonnen und Peter hat nachm Spiel schon wieder den Daumen hoch gemacht und gewunken. Also sind wir nach Abpfiff auch gleich zum Kuzorra, um auf die Spieler zu warten und mächtig Fotos zu machen. Als erstes kam dann auch gleich Peter. Ich hab ihm natürlich ohne erbarmen mein Schild in die Finger gedrückt und meine Mum hat dann ein Foto gemacht. Naja, eigentlich hat sie 2 gemacht, zur Sicherheit! Danach kamen dann gleich mal Sebastian Boenisch und Kobi, dann sind wir auch schon wieder gegangen. Denn Peter konnte an diesem Abend wohl keiner mehr toppen.


Training am 04.11.2006, Schalke 04 - FC Bayern am 05.11.2006

Die Jungs haben im Parkstadion trainiert und wir sind gerade rechtzeitig eine halbe Stunde vor Ende gekommen. Da sie unten keine Autogramme gegeben haben sind wir dann hoch zur Reha und haben dort gewartet. Erst kam Kobi, dann noch Bordon und die Altintops und ziemlich viele Junge Spieler. Und nach einer Weile kam auch Peter (natürlich mit perfekt gestylten Haaren^^). Also hab ich ihn auf mein Trikot und mein Schild unterschreiben lassen und dann habe ich ihn gefragt ob wir ein Foto machen können und er mit mir das Schild hochhalten kann. Er hat das natürlich sofort gemacht, so lieb wie er immer ist. Dann ist er zu seinem silbernen Merzedes gelaufen und ich bin ihm hinterher. Meine Schwester hat mich nämlich daran erinnert, dass ich ihm ja den Brief geben muss, den ich geschrieben habe. Also bin ich zu ihm hin und habe gesagt: "Peter, ein Brief für dich!" Er hat voll gegrinst und gemeint: "Ahh, danke"! Jetzt hoffe ich nur dass er auch zurück schreibt^^.

Am nächsten Tag waren wir natürlich auch am Spiel gegen München. Ich hab mich mega gefreut als Peter das Tor gemacht hat und das mit den 19.04 Minuten hat ja auch super hingehauen. Nach der Halbzeit und einem Stand von 2:1 hab ich dann, als die Spieler die Arena wieder betreten haben, mein Løve Schild hochgehalten. Uns tatsächlich, Peter hat wieder so ungläubig gestarrt als er es gesehen hat. Er ist über den Platz gelaufen und hat seinen Kopf zu zu uns gedreht^^. Irgendwann hat der junge Mann dann mal gemerkt, dass er damit gemeint ist und den Daumen hoch gemacht und gewunken. Ich hab mich so gefreut. Nach dem Spiel war es dann nochmal das gleiche, als sich die Spieler verabschiedet haben. Daumen hoch und Winke Winke. Das Wochenende war wieder einfach nur genial.


UEFA CUP, 28.09.2006
ASNL - FC S04

Was für ein Tag! Nach der Schule wurde ich gleich abgehholt und dann gings auf nach Nancy. Nur 2 1/2 Stunden Fahrt, um 15.30 waren wir schon da und haben direkt neben dem Stadion geparkt. An der Straße am Stadion stand dann auch der Bus vom SFCV und ich hab gleich mal einen Nancy-Schalke Schal von meinem Dad bekommen (danke Papa!)^^. Da das Stadion um 4 immer noch nicht aufgemacht wurde, hat Papa vorgeschlagen, dass wir doch einmal rumlaufen könnten. Also sind wir um eine Kurve rum. Da das Stadion allerdings an einer total versifften Straße liegt sind wir nicht weitergelaufen, sonder am Eingang der Haupttribüne (zu diesem Zeitpunkt noch unbewusst) stehen geblieben. Das haben wir auch dem Aldi zu verdanken, da die Männer sich noch Bier geholt haben und wir so auf am VIP-Eingang auf sie gewartet haben. Und als sie gerade wieder da waren, kam der Bus von Nancy mit den Spieler. Alle voll lässig drinnen gesessen und iPod gehört^^. Und dann haben wir gecheckt dass wir da stehen, wo wohl auch der Schalke Bus kommen wird. Und siehe da, ein paar Minuten später sah ich ihn kommen, man, mir ist grad mein Herz in die Hose gerutscht so aufgeregt war ich! Hab dann natürlich gleich mal mein Løve Schild hochgehoben, er saß allerdings auf der anderen Seite vom Bus, aber Asa, Mirko und Andi haben trotzdem mal gewunken ne^^! Der Bus ist dann durch ein Gitter gefahren, dass sie natürlich gleich wieder hinter ihm geschlossen haben. Ich bin schnell zum Gitter gerannt, aber es waren eigentlich eh nicht viele Schalker da, und habe auf Peter gewartet. Und dann kam er plötzlich aus dem Bus! Ich hab mein Schild hochgehoben und ihm gerufen, er hat es gesehen und hat gewunken und gegrinst^^. Boah ich hab mich so gefreut.
Naja, den Ablauf des Spiels will ich hier jetzt mal nicht erläutern, aber was danach passiert ist dafür umso mehr!
Die Spieler kamen, um sich bei den Fans zu bedanken, und wie man es bei Schalke nicht anders kennt haben wir sie, auch trotz der schlechten Leistung (mit einzelnen ober assigen Ausnahmen), gefeiert. Ich hab natürlich mein Løve Schild hochgehoben, aber am Anfang hat Peter es nocht nicht gesehen. Aber plötzlich hat er richtig draufgestarrt, mindestens 10-15 Sekunden. Ich meinte zu meiner Mum: "Mama, wink mal, er checkt es glaub ich nicht." Sie hat gewunken aber der Herr Løvenkrands hat es natürlich nicht gesehen! Dann hab ich meinen Dad gebeten, das Schild hochzuheben. Peter hat immer noch voll darauf gestarrt. Und dann hab ich mit all meiner Kraft gewunken. Und plötzlich hat ers gesehen und sich mega gefreut. Er hat voll gegrinst, den Daumen hoch gemacht und für uns geklatscht. Ich hab natürlich auch den Daumen hochgemacht und zu ihm zurückgeklatscht^^. Dann hat er sich weggedreht und sich nach nen paar Sekunden nochmal zu uns gedreht und das gleiche nochmal gemacht. Als er sich dann umgedreht hat zum gehen hat der nochmal gewunken und den Daumen hochgemacht. Ich war megahappy, dass er das Schild gesehen und vor allem gecheckt hat (ok, mit meiner Hilfe), dass er gemeint war. Jetzt muss ich nur noch den Brief an ihn abschicken, mal gucken was passiert.

PETER, DU BIST DER BESTE! Lg, Naddl
29.09.2006


3. Daten und Fakten



Spielposition: Sturm

Geburtsdatum: 29.01.1980 (Hørsolm (Dänemark))

Nationalität: dänisch

Größe: 1,81 Gewicht: 75

Familienstand: ledig

Beim FC Schalke 04 seit: 2006 Vertrag bis: 2009

Vorherige Vereine:
1985-1997 Lillerød
1997-2000 AB Kopenhagen
2000-2006 Glasgow Rangers

Erfolge:
Schottischer Meister (2003 / 2005)
Schottischer Pokalsieger (2002)

Bundesligaspiele: 0 (0 für Schalke)

Bundesligatore: 1 (1 fürSchalke)

Europapokalspiele: 26 (0 für Schalke)

Europapokaltore: 8 (0 für Schalke)

Länderspiele: 14 (alle für Dänemark)

Länderspieltore: 1


4. Peter bei den Rangers

Champions League
2005/2006 Glasgow Rangers - 4 Tore
2003/2004 Glasgow Rangers - 1 Tor

Champions League Qualifikation
2005/2006 Glasgow Rangers - 0 Tore

UEFA Cup
2004/2005 Glasgow Rangers - 1 Tor


5. Peter in der Nationalmannschaft

WM 2002 in Japan-Südkorea - 0 Tore
WM-Qualifikation Europa 2006 - 0 Tore
EM Team 2004 in Portugal - 0 Tore
EM-Qualifikation 2002/2003 - 0 Tore


6. Interviews

Wie hat Peter sich eingelebt?




Løvenkrands über große Brüder und Glasgow
25.08.2006

Derzeit weilt er bei der dänischen Nationalmannschaft und hofft auf sein erstes Tor im Nationaltrikot. Das ist ihm zwar in der Bundesliga noch nicht gelungen, dennoch kann man den Einstand von Peter Løvenkrands als gelungen bezeichnen. Im folgenden Interview stellen wir den 26-Jährigen näher vor.

Peter Løvenkrands, wo sind Sie aufgewachsen?
In einer Stadt namens Ellerød mit ungefähr 100.000 Einwohnern. Sie liegt nur 20 Autominuten von Kopenhagen entfernt. Mein Vater Bent besaß eine Malerfirma. Er sorgte dafür, dass mein sechs Jahre älterer Bruder Tommy und ich behütet aufwuchsen.

Ihren Bruder haben Sie als denjenigen bezeichnet, der den größten Einfluss auf Ihre Karriere gehabt hat.
Ja, er war mein großes Vorbild. Eigentlich bin ich ein Rechtsfuß, aber weil ich so sein wollte wie Tommy habe ich es mir ab meinem fünften Lebensjahr angewöhnt, mit links zu spielen. Wir haben uns oft gestritten wie es Brüder eben tun, aber er hat mir viel beigebracht, beim Fußballspiel im Garten Tricks beigebracht. Meinem Vater Bent habe ich ebenfalls einiges zu verdanken, nicht nur, weil er in den ersten Jahren mein Trainer war. Ich war in der Schule nie sonderlich gut, habe immer zu den Lehrern gesagt: Ich werde sowieso Profi. Das war riskant, aber mein Vater hat mich in dieser Auffassung immer unterstützt. Das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben.

Wer war der fußballerische Held Ihrer Kindheit?
Diego Maradona!

Die Dänen hatten doch auch eine tolle Mannschaft zu dieser Zeit!
Da mochte ich besonders Michael Laudrup, aber Diego Maradona war unglaublich. Ich war zwar auch schnell, aber er konnte bei diesem Tempo Dinge mit dem Ball tun, die man gar nicht glauben konnte.

Woher haben Sie Ihre Schnelligkeit?
Von meiner Mutter Bitten. Von ihr erzählt man sich, dass sie zu Schulzeiten sehr schnell gewesen sei. Aber ich bin sowieso immer gern gelaufen, habe oft Wettrennen mit meinem Bruder gemacht. Er hat mir immer ein wenig Vorsprung gegeben. Ich glaube, dass ich dadurch schnell geworden bin.

Sie spielten immerhin bis zum 17. Lebensjahr bei Ihrem Heimatclub Lillerød IF. Ab wann zeichnete sich ab, dass Sie eine Chance haben würden, Ihren Lebenstraum zu verwirklichen?
Als ich 15 Jahre alt war, gab es bereits viele Anfragen. 1997 wollte mich der Erstligist Lyngby aus Kopenhagen gern haben, aber ich wusste, dass der Akademisk Boldklub eine tolle Jugendmannschaft hatte. Also ging ich dorthin, zumal der Verein traditionell ein gutes Sprungbrett für einen Wechsel zu Brøndby oder dem FC Kopenhagen ist. Wir haben uns mit dem Nachwuchsteam als Meister für die nationale Endrunde qualifiziert, doch dann wurde ich zur ersten Mannschaft hochgezogen, wo mein Bruder Tommy bereits spielte. Weil ich gleich bei meinem ersten Spiel ein Tor erzielte, blieb ich oben.

Wie kam es drei Jahre später zum Wechsel zu den Glasgow Rangers?
Das war eine wirklich kuriose Geschichte. Zu Beginn der Saison 1999/2000 hatte ich große Probleme mit meinem rechten Knöchel, an dem ich schließlich operiert werden musste und insgesamt sieben Monate ausfiel. Erst in den letzten fünf Spielen der Saison konnte ich wieder spielen. Aber dann gelang mir beim Comeback zunächst ein Tor, beim nächsten Spiel sogar drei Treffer und so ging es weiter. Insgesamt waren es neun Tore in diesen fünf Partien. Mit jedem Treffer wurden mehr Clubs auf mich aufmerksam. So gab es beim letzten Spiel schließlich zwölf Vereine aus ganz Europa, die Interesse signalisierten, darunter z.B. Inter Mailand. Wir spielten am letzten Spieltag gegen Brøndby, das hätte noch Meister werden können. Aber wir gewannen 2:0, ich schoss beide Tore. Danach habe ich mit Newcastle United einen festen Termin für Verhandlungen ausgemacht. Glasgow Rangers überredete uns, doch drei Tage vorher einmal bei ihnen vorbeizuschauen. Also fuhren wir hin - und ich war einfach überwältigt! Das war der Verein, bei dem ich spielen wollte. Mein Vater, der die Rangers mochte, weil bei ihnen Brian Laudrup gespielt hatte, riet mir zu. Wenige Wochen zuvor war Tommy zum FC St. Johnstone gewechselt und damit nur eine Stunde von mir entfernt beheimatet, so dass dies auch passte. Nur Newcastle war stocksauer, als sie erfuhren, was passiert war.

Wie lebt man sich in Schottland ein?
Ich hatte den Vorteil, dass ich Englisch auf der Schule gelernt hatte, aber in Glasgow verstand ich zunächst kein Wort, was am Akzent und am Slang lag. Es dauerte ein Jahr, bis ich sprachlich mithalten konnte. Geholfen hat mir dabei die TV-Comedy "Still Game". Die fand ich so lustig, dass ich keine Folge verpasst habe und so nebenbei "schottisch" gelernt habe. Übrigens ist meine Verlobte Teresa eine echte "Glaswegian Woman". Sie kommt aus Govan, dem Stadtteil, in dem auch Alex Ferguson groß geworden ist.

Wenn man für die Rangers spielt, geht es automatisch im Old-Firm-Derby gegen Celtic. Wie haben Sie dieses Duell wahrgenommen?
Als ich 2000 nach Glasgow gekommen bin, stand ich beiden Vereinen neutral gegenüber. Aber inzwischen muss ich sagen, dass ich ein echter "Rangers fanatic" geworden bin. Wenn man von Fans des Gegners abends tätlich angegriffen wird, wenn man ausgeht und Morddrohungen erhält, hinterlässt das seine Spuren. Ich war eine besondere Zielscheibe, weil mir gerade gegen Celtic einige Tore gelungen sind.
Bei keinem Fußballspiel wird so von Hass gesprochen wie bei Rangers gegen Celtic. Ist das noch zeitgemäß?
Nein, aber es ist sehr schwer, das aus den Köpfen zu bekommen, auch wenn sich beide Vereine bemühen. Sören Larsen hat mir erzählt, dass hier Fans von Schalke und Dortmund bunt gemischt zum Stadion gehen. Das wäre in Glasgow absolut unmöglich. Es gibt in Europa wirklich kein Spiel, mit dem diese Partie zu vergleichen ist. Es gibt Fans, die schauen nicht eine Sekunde auf den Rasen, weil sie zu beschäftigt sind, den gegnerischen Fanblock zu beschimpfen. Deswegen ist der Sieg im schottischen Pokalfinale 2002 trotz der Meisterschaften 2003 und 2005 mit den Rangers für mich die wichtigste Trophäe. Wir gewannen 3:2 gegen Celtic, ich schoss zwei Tore, davon den Siegtreffer in der Nachspielzeit. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Ich habe immer gesagt: Ein Tor gegen Celtic ist noch besser als eines in der Champions League.

Doch gerade dort haben Sie in der vergangenen Saison für Furore gesorgt. Kennen Sie die Statistik der UEFA, nach der Sie der zweitbeste Stürmer des Wettbewerbs waren?
Ja, nach Andriy Shevchenko. Es ging da um die Effektivität, was Chancen und tatsächlich erzielte Tore anging. In Schottland hat mir das den Ruf eingebracht, nur bei den wichtigen Spielen konzentriert zu sein. Darüber war ich verärgert, denn in der Liga konnte ich in der abgelaufenen Spielzeit ebenfalls 14 Tore erzielen. Außerdem wurden meine Tore im Europapokal überbewertet. Dass wir so weit gekommen sind, war ein Verdienst der ganzen Mannschaft. Und es war sehr ärgerlich, dass wir im Achtelfinale gegen Villarreal ohne Niederlage rausgeflogen sind.

Was waren die Gründe dafür, dass Sie die Glasgow Rangers dennoch im Sommer verließen?
Da gab es viele Dinge. Zum einen häuften sich bei den Rangers die Probleme, weil der sportliche Erfolg auf der nationalen Bühne ausblieb, zum anderen wollte ich nach sechs Jahren in Schottland etwas Neues ausprobieren. Spanien, England, Deutschland, Italien: In eine diese Ligen sollte es gehen. Von allen Angeboten war Schalke der beste Club für mich. Ich wollte nicht der fünfte oder sechste Stürmer bei irgendeinem europäischen Topverein sein. Hier hat man mir klargemacht, dass man mich wirklich braucht, dass ich eine wichtige Rolle in den Plänen spiele. Dann war ich in der Arena beim Spiel gegen den VfB Stuttgart - das war absolut überwältigend. Es war die richtige Entscheidung. Ich fühle mich hier sehr wohl, viele Spieler, etwa Marcelo Bordon oder Levan Kobiashvili haben sich um mich gekümmert. Und ich habe zudem mit Søren Larsen einen guten Freund gefunden. Wir verstehen uns super, obwohl wir uns vorher gar nicht kannten. Das macht vieles einfacher. Jetzt müssen wir nur noch in das Haus umziehen, das meine Freundin Teresa und ich gefunden haben. Dann bin auch endlich wieder mit meinem Hund Kobe vereint. Zurzeit lebe ich noch im Hotel und vermisse auch ihn sehr.

Bei Ihrem Bundesligadebüt gegen Eintracht war auffällig, dass Sie gleich vier große Chancen vorbereiteten. Ist das eine Facette, die ebenfalls zu Ihrem Spiel gehört?
Ich bin nicht nur jemand, der abschließt, sondern auch jemand, der Chancen vorbereitet. Das funktionierte gegen Frankfurt so gut, weil alle vier Offensivspieler - die drei Stürmer und Lincoln - gut harmonierten und sich viel bewegten. Wir haben so viele Chancen herausgespielt. Es war eine Schande, dass wir diese Partie nicht gewonnen haben. Allerdings muss ich sagen, dass es mir hier viel leichter fällt, mein Spiel zu entfalten, weil die Qualität der Spieler in allen Mannschaftsteilen ungeheuer hoch ist.

Was in Schottland über Sie zu lesen war: Sie fühlen sich in einem 4-4-2 wohler als in einer 4-3-3-Formation.
Sagen wir mal so: Ich habe die ersten 15 Jahre als Fußballer nur 4-4-2 gespielt. Da ist es doch verständlich, dass man mit dieser Spielweise vertrauter ist. Aber Fußballer sollten nicht nur in einem System agieren können. Ich komme mit dem 4-3-3 hier auf Schalke gut zurecht. Mir ist etwas anderes viel wichtiger: dass ich im Sturm eingesetzt werde. Bei den Rangers haben wir zwar 4-4-2 gespielt, aber da war ich fünf Jahre lang der Halblinke im Mittelfeld. Das ist etwas völlig Anderes. Erst im letzten Jahr durfte ich nach ganz vorn - und prompt schoss ich Tore.

Wenn Sie in der Bundesliga für Schalke treffen, werden wir dann einen Salto von Ihnen sehen?
(lacht) Früher habe ich das nach jedem Tor gemacht. Aber dann rieten mir die Ärzte davon ab. Es sei nicht gut für meine Knie und außerdem könne ich mich beim Torjubel verletzen. Also habe ich es gelassen - aber wenn wir mit Schalke gegen Celtic spielen und ich schieße ein Tor, dann kann es vielleicht passieren, dass es ein Revival gibt!


7. Videos









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